Informationen zu unseren Stählen

Hinweise zu den normalen Stählen, rostträgen Stählen und Damaststählen

Unabhängig ob es sich um Mono- oder Damaststähle handelt, ist die Abhängigkeit des Rostverhaltens nicht nur von dem Grundmaterial gegeben. Für das Rostverhalten ist nicht nur die Qualität des Ausgangsmaterials wichtig, sondern auch die Wärmebehandlung und die Endbearbeitung der Oberflächen. Zum Beispiel wird eine sauber polierte oder gepließte Klingenoberfläche eines "rostfreudigen" Stahls wesentlich resistenter gegen Rostbefall als eine schmiederauhe oder eine nachlässig geschliffene mit tiefen Kratzern. Ebenso ist "Flugrost" auf einer sorgfältig gearbeiteten Oberfläche einfach zu entfernen, während bei einer zerfurchten, rauhen Oberfläche dies nur sehr schwer bis überhaupt nicht machbar ist.

Andererseits kann bei einem rostträgen, oder auch in der Umgangssprache als "rostfrei" genannten, Stahl relativ schnell Rostbefall auftreten, wenn das Stahlgefüge bei der Wärmebehandlung nicht richtig eingestellt wurde, oder die Oberfläche wie oben beschrieben nicht sorgfältig endbearbeitet wurde. Darunter fällt auch eine Mattierung mit ungeeigneten Strahlmitteln, da durch diese Bearbeitung die Oberfläche deutlich vergrößert wird. Selbst bei einwandfreier Herstellung der Klinge kann sich durch länger anhaftende Feuchtigkeit und anlagernde Fremdpartikel ein korrosionsförderndes Milieu bilden. Speziell bei Verwendung von scharfkantigen Strahlmitteln wird dieser Effekt sehr ausgeprägt und vermindert die Rostbeständigkeit, und somit den Gebrauchswert der Klinge, deutlich.

Ebenso wird das Rostverhalten und die notwendige Pflege der rostenden Stähle meistens überbewertet. Wird der Stahl nach Verwendung direkt gereinigt und abgetrocknet bildet sich kein Rostansatz auf der Oberfläche. Zur längeren Lagerung oder bei Verwendung im feuchten Klima ist es empfehlenswert den Stahl mit einer dünnen Schicht aus nicht verharzendem Öl zu schützen. Zu beachten ist dabei, daß bei Kontakt mit Lebensmitteln ein entsprechend geeignetes Öl verwendet wird. Der Ölfilm sollte zwar geschlossen, aber nur mit der geringst möglichen Menge aufgetragen werden. Wird zuviel Öl aufgetragen und das Messer in der Scheide getragen oder gelagert, kann evtl. das Öl von dieser aufgenommen werden, was im schlimmsten Fall die Scheide unbrauchbar macht und gleichzeitig den Rostschutz vom Stahl entfernt.

Bei normalen, d.h. den nicht rostfreien Stählen, wird nach einer gewissen Zeit und im Gebrauch eine Patina entstehen. Dies bedeutet, daß der Stahl natürliche Verfärbungen entwickelt und mehr oder weniger stark nachdunkelt. Die Patina entsteht durch die Reaktion der Stahloberfläche mit Luft oder säurehaltigen Medien und bildet eine Art "Edelrost", der den Stahl zusätzlich vor eigentlichem Rostbefall schützt. Die Patina des Stahls kann bei Bedarf auch künstlich durch ätzen oder brünieren erzeugt werden. Für den Fall, daß die Patina entfernt werden soll, ist dies mit einer einfachen Oberflächenbehandlung wie polieren oder pließten, problemlos möglich.

Durch ätzen in Säuren und anschließendes polieren werden auch die Strukturen und Muster in Damaststählen sichtbar gemacht. Je nach verwendeter Stahl-, Damast- oder Laminatsorte ist das Ätzmittel entsprechend anzupassen. Die Bandbreite reicht hier von konzentrierter Schwefelsäure bis zum Haushaltssenf. Bei allen Verfahren und Anwendungen mit ätzenden und gefährlichen Mitteln sind die Sicherheits und UVV-Vorschriften zu beachten!

Wichtiger Hinweis

Die Stähle dieses Sortiments sind nach den angegebenen Werkstoffnummen und der DIN / EU hergestellt. Andere Normen dienen nur zum Vergleich der Stahlsorten und der besseren Verständigung, da speziell bei den AISI-Normen und den ASTM-Angaben die Toleranzen bei den Legierungsbestandteilen erheblich schwanken können. Auch ist der Herstellungsprozess und die Qualitätsanforderungen bei den Werkstoffnummern und der DIN / EU genauer definiert und sorgfältiger überwacht.

In den Beschreibungen zu den einzelnen Stählen werden auch Empfehlungen zu den Klingengeometrien und den winkeln angegeben. Dabei handelt es sich um allgemeine Empfehlungen und Angaben, die sich aus Erfahrungen der Wärmebehandlungen, der Bearbeitungsweisen und der Anwenderpraxis in Verbindung mit den physikalischen Grundsätzen der jeweiligen Stähle entwickelten. Eine genaue Gradzahl der Schneide und Millimeterangaben zur Klingengeometrie bei einer genau definierten Klingenform und -länge kann nicht angegeben werden, da für jede Klinge individuell festzulegen ist, welche Klingengeometrie, welche Wärmebehandlung mit abgestimmten Temperaturen und Zeiten, welcher Schneidenwinkel verwendet wird. Das Leistungsvermögen der Stähle ermöglicht zum Beispiel feinere Schneidenwinkel als angegeben, allerdings muß dann auch das Benutzerverhalten an die veränderte und empfindlichere Schneide angepaßt werden. Ebenso sind verschiedene Stähle auch für Beschichtungen geeignet wenn sie sekundärgehärtet werden, was wiederum eine sehr spezielle Wärmebehandlung erfordert. Diese Sonderfälle sind problemlos realisierbar, gehen aber weit über den Umfang dieses Katalogs mit seinen Empfehlungen hinaus. Absolut empfehlenswert zu diesen Parametern ist das Buch "Messerklingen und Stahl" von Roman Landes, bei dem diese Abhängigkeiten und Variationen sehr anschaulich erklärt werden.