Stahl

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Allgemeine Informationen zum Stahl-Lieferprogramm

Die nachfolgend aufgeführten Stähle sind das ständig verfügbare Lagersortiment.
Die genannten Stähle stellen das Grundsortiment dar, das nach Qualitätskontinuität, Lieferbarkeit, Verwendbarkeit und
Bearbeitbarkeit ausgewählt wurde.
Zusätzlich sind in der Regel weitere Kohlenstoffstähle, sowie rostträge Stähle in verschiedenen Abmessungen und
Lieferformen lagernd oder auf Bestellung lieferbar.
Dies gilt auch für die Damaststähle.
Hier ist zusätzlich zu beachten, daß vom Lieferprogramm abweichende Damaststähle in der Regel Sonderanfertigungen
darstellen, deren Details, wie rostfreie oder normale Stahlauswahl, Mustersteuerung, Dimensionen, Mengen etc.,
auf Anfrage mitgeteilt werden, bzw. im direkten Kontakt zu bestimmen sind.



Hinweise zu den normalen Stählen, rostträgen Stählen und Damaststählen

Unabhängig ob es sich um Mono- oder Damaststähle handelt, ist die Abhängigkeit des Rostverhaltens nicht nur von dem
Grundmaterial gegeben.
Für das Rostverhalten ist nicht nur die Qualität des Ausgangsmaterials wichtig, sondern auch die Wärmebehandlung und die
Endbearbeitung der Oberflächen.
Zum Beispiel wird eine sauber polierte oder gepließte Klingenoberfläche eines "rostfreudigen" Stahls wesentlich resistenter
gegen Rostbefall als eine schmiederauhe oder eine nachlässig geschliffene mit tiefen Kratzern.
Ebenso ist "Flugrost" auf einer sorgfältig gearbeiteten Oberfläche einfach zu entfernen, während bei einer zerfurchten, rauhen
Oberfläche dies nur sehr schwer bis überhaupt nicht machbar ist.

Andererseits kann bei einem rostträgen, oder auch in der Umgangssprache als "rostfrei" genannten, Stahl relativ schnell
Rostbefall auftreten, wenn das Stahlgefüge bei der Wärmebehandlung nicht richtig eingestellt wurde, oder die Oberfläche wie
oben beschrieben nicht sorgfältig endbearbeitet wurde.
Darunter fällt auch eine Mattierung mit ungeeigneten Strahlmitteln, da durch diese Bearbeitung die Oberfläche deutlich vergrößert
wird. Selbst bei einwandfreier Herstellung der Klinge kann sich durch länger anhaftende Feuchtigkeit und anlagernde
Fremdpartikel ein korrosionsförderndes Milieu bilden. Speziell bei Verwendung von scharfkantigen Strahlmitteln wird dieser
Effekt sehr ausgeprägt und vermindert die Rostbeständigkeit, und somit den Gebrauchswert der Klinge, deutlich.

Ebenso wird das Rostverhalten und die notwendige Pflege der rostenden Stähle meistens überbewertet.
Wird der Stahl nach Verwendung direkt gereinigt und abgetrocknet bildet sich kein Rostansatz auf der Oberfläche. Zur längeren
Lagerung oder bei Verwendung im feuchten Klima ist es empfehlenswert den Stahl mit einer dünnen Schicht aus nicht
verharzendem Öl zu schützen. Zu beachten ist dabei, daß bei Kontakt mit Lebensmitteln ein entsprechend geeignetes Öl
verwendet wird. Der Ölfilm sollte zwar geschlossen, aber nur mit der geringst möglichen Menge aufgetragen werden. Wird
zuviel Öl aufgetragen und das Messer in der Scheide getragen oder gelagert, kann evtl. das Öl von dieser aufgenommen werden,
was im schlimmsten Fall die Scheide unbrauchbar macht und gleichzeitig den Rostschutz vom Stahl entfernt.

Bei normalen, d.h. den nicht rostfreien Stählen, wird nach einer gewissen Zeit und im Gebrauch eine Patina entstehen. Dies
bedeutet, daß der Stahl natürliche Verfärbungen entwickelt und mehr oder weniger stark nachdunkelt. Die Patina entsteht
durch die Reaktion der Stahloberfläche mit Luft oder säurehaltigen Medien und bildet eine Art "Edelrost", der den Stahl zusätzlich
vor eigentlichem Rostbefall schützt.
Die Patina des Stahls kann bei Bedarf auch künstlich durch ätzen oder brünieren erzeugt werden.
Für den Fall, daß die Patina entfernt werden soll, ist dies mit einer einfachen Oberflächenbehandlung wie polieren oder pließten,
problemlos möglich.

Durch ätzen in Säuren und anschließendes polieren werden auch die Strukturen und Muster in Damaststählen sichtbar gemacht.
Je nach verwendeter Stahl-, Damast- oder Laminatsorte ist das Ätzmittel entsprechend anzupassen. Die Bandbreite reicht hier
von konzentrierter Schwefelsäure bis zum Haushaltssenf.
Bei allen Verfahren und Anwendungen mit ätzenden und gefährlichen Mitteln sind die Sicherheits- und UVV-Vorschriften
zu beachten!
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Wichtiger Hinweis:
Die Stähle dieses Sortiments sind nach den angegebenen Werkstoffnummen und der DIN / EU hergestellt.
Andere Normen dienen nur zum Vergleich der Stahlsorten und der besseren Verständigung, da speziell bei den AISI-Normen
und den ASTM-Angaben die Toleranzen bei den Legierungsbestandteilen erheblich schwanken können. Auch ist der
Herstellungsprozess und die Qualitätsanforderungen bei den Werkstoffnummern und der DIN / EU genauer definiert und
sorgfältiger überwacht.


In den Beschreibungen zu den einzelnen Stählen werden auch Empfehlungen zu den Klingengeometrien und den
winkeln angegeben.
Dabei handelt es sich um allgemeine Empfehlungen und Angaben, die sich aus Erfahrungen der Wärmebehandlungen, der
Bearbeitungsweisen und der Anwenderpraxis in Verbindung mit den physikalischen Grundsätzen der jeweiligen Stähle
entwickelten.
Eine genaue Gradzahl der Schneide und Millimeterangaben zur Klingengeometrie bei einer genau definierten Klingenform und -länge
kann nicht angegeben werden, da für jede Klinge individuell festzulegen ist, welche Klingengeometrie, welche Wärmebehandlung
mit abgestimmten Temperaturen und Zeiten, welcher Schneidenwinkel verwendet wird.
Das Leistungsvermögen der Stähle ermöglicht zum Beispiel feinere Schneidenwinkel als angegeben, allerdings muß dann
auch das Benutzerverhalten an die veränderte und empfindlichere Schneide angepaßt werden.
Ebenso sind verschiedene Stähle auch für Beschichtungen geeignet wenn sie sekundärgehärtet werden, was wiederum eine
sehr spezielle Wärmebehandlung erfordert.
Diese Sonderfälle sind problemlos realisierbar, gehen aber weit über den Umfang dieses Katalogs mit seinen Empfehlungen hinaus.

Absolut empfehlenswert zu diesen Parametern ist das Buch "Messerklingen und Stahl" von Roman Landes, bei dem diese
Abhängigkeiten und Variationen sehr anschaulich erklärt werden.  

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