Griffmaterial

Griffmaterial

Allgemeine Angaben zum Griffmaterial-Lieferprogramm

Die nachfolgend aufgeführten Griffmaterialien sind das ständig verfügbare Lagersortiment.
Die genannten Materialien stellen das Grundsortiment dar, das nach Qualitätskontinuität, Lieferbarkeit, Verwendbarkeit und
Bearbeitbarkeit ausgewählt wurde.

Griffmaterialien aus Kunststoff sind auch als Plattenware in größeren Dimensionen lagernd. Auf Anfrage können die möglichen Maße
und Lieferkonditionen mitgeteilt werden. Diese Materialien können bei einer verbindlichen Bestellung auf individuelle Wunschmaße
zugeschnitten werden.

Die Lieferbarkeit von Hölzern, Knochen und anderen Materialien in abweichenden Materialdimensionen können auf Anfrage mitgeteilt
werden.

Hinweis:
Die Darstellung der Farben, Musteransichten und Größenverhältnisse kann durch Drucktechnik und / oder Bildschirmeinstellungen
von den Originalmaterialien abweichen. Gewachsene Materialien wie Hölzer, Hörner, Knochen etc. bestitzen eine individuelle
Struktur und Maserung, die in diesem Katalog nicht detailliert wiedergegeben werden kann. Daher ist eine genaue Bestimmung der
Ansichten der Einzelstücke nur im direkten Kontakt oder vor Ort im Lager möglich.


Hinweise zur Verarbeitung von Griffmaterialien

Die genannten Griffmaterialien lassen sich generell mit einer spanabhebenden Arbeitsweise bearbeiten. Das heißt sie können gesägt,
gebohrt, gefeilt, gefräst und geschliffen werden. Grundsätzlich ist es unerheblich, ob dies von Hand oder maschinell durchgeführt
wird. Die Oberflächen können poliert und bei Bedarf je nach Material auch glasperlgestrahlt werden.

Wichtig ist bei allen Arbeitsmethoden, speziell beim Einsatz von Maschinen, eine übermäßige Hitzeentwickling zu vermeiden.
Durch Überhitzung können Verbrennungen und Schäden an Struktur und Optik entstehen, die den Gebrauchswert der Materialien
vermindern oder sie in Einzelfällen komplett zerstören. Diese Schäden können auch verdeckt im Material entstehen und erst bei der
Endbearbeitung oder längerer Zeit nach Fertigstellung des Messergriffs sichtbar werden.
Die Schäden enstehen in aller Regel durch ungeeignete und vor allem durch stumpfe Werkzeuge, wie abgearbeitete Schleifbänder,
stumpfe und für andere Materialien ausgelegte Sägen, Feilen, Fräser etc., die nur eine starke Reibung, aber keinen sauberen
Materialabtrag verursachen.
Reibungshitze entsteht auch durch starken Druck des Werkzeugs oder der eingesetzten Maschine auf das Material.

Als Grundregel gilt immer: das Werkzeug "macht" die Arbeit, nicht die Kraft des Handwerkers oder der Maschine.

Unabhängig ob von Hand oder mit Maschinen gearbeitet wird ist auch die Arbeitsrichtung für saubere und genaue Ergebnisse
entscheidend. Bei der Bearbeitung von Kanten sollte möglichst von der Werkstückmitte nach außen gearbeitet werden, um
Absplitterungen und Einrisse nach innen, in das Material selbst, zu vermeiden. Sind die Kanten verrundet und die Werkzeuge oder
die Schleifbänder feiner, ist diese Gefahr nicht mehr gegeben.
Speziell bei empfindlichen Materialien, wie z.B. fossile Materialien, faserigen oder sehr porösen Hölzern, sollte immer in dieser
Weise gearbeitet werden und auch nur mit einwandfreien, unbeschädigten und möglichst feinen Werkzeugen und Schleifmitteln.

Bei der Kombination von harten und weichen Materialien sollte der Übergang der beiden Werkstoffe immer gleichzeitig und flächig,
das heißt ohne einseitigen Abtrag auf einem der Werkstoffe oder mit Punktbelastung, gearbeitet werden. Ist dies nicht möglich,
sollte die Arbeitsrichtung mit wenig Druck vom harten zum weichen Material erfolgen, um einen schnelleren Abtrag des weichen
Materials, und damit einen Höhenversatz der Materialien (Absatz), zu vermeiden.
Beispiele für solche Materialkombinationen sind der Messerstahl mit den aufgesetzten Griffschalen bei Flacherlmessern, eine
Zwinge oder Abschlußplatten bei Spitzerlmessern oder die Backen bei Integralmessern.


Die Arbeitsrichtung ist auch bei der Kombination von dunklen Materialien die feine Stäube bilden und Metallen mit offenporigen, hellen
oder empfindlichen Werkstoffen wichtig. Beim arbeiten von dunklem zum hellen Material kann Schleifstaub oder Abrieb in das helle
Material eingebracht werden. Hoher Andruck der Werkzeuge in Verbindung mit der entstehenden Hitze verstärken diesen Effekt um
ein Vielfaches.
In solchen Fällen sollte möglichst von dem hellen und empfindlichen Material in Richtung des dunklen oder unempfindlichen Material
gearbeitet werden. In Einzelfällen ist es zu empfehlen, die Werkzeuge, wie z.B. Feilen, oder die verwendeten Schleifmittel
rechtzeitig und in sehr kurzen Intervallen zu reinigen oder zu ersetzen.

Natürliche Materialien wie Hölzer, Hörner, Knochen etc. und auch fossile Werkstoffe müssen sich mindestens 1 bis 2 Tage in der
Werkstatt in der sie verarbeitet werden, akklimatisieren. Durch dieses Auslagern reduziert sich die Tendenz der Materialien sich
durch den schnellen Klimawechsel zu verziehen, verwerfen oder in extremen Fällen einzureißen.
Werden nicht ausgelagerte Werkstoffe weiterverarbeitet, kann sich das Material nach einiger Zeit durch Verwerfungen an den
Verklebungen, Vernietungen oder Verstiftungen lösen und Spalten erzeugen. Ebenso können durch Verzug Über- oder Untermaße
an den Stößen zur Klinge oder anderen Materialien enststehen. Durch Verzug und Verwerfungen können ebenso Spannungsrisse
auftreten, die möglicherweise erst viel später sichtbar werden. Wird das Messer nach der Fertigstellung zusätzlich noch in
anspruchsvollem oder ständig wechselnden Klima eingesetzt , kann die ungenügende Vorbereitung bei der Verarbeitung noch
deutlicher und überraschender auftreten.

Alle Hölzer die verarbeitet werden, sollten deshalb ausreichend getrocknet und entsprechend lange ausgelagert sein, um eine
Maßstabilität bei der Verarbeitung und im Gebrauch des fertigen Messers zu gewährleisten.
Die Hölzer aus dem Liefersortiment erfüllen diese Kriterien, jedoch kann dies durch Versand und Transport in ungüstigem Umfeld,
z.B. an sehr kalten oder feuchten Wintertagen, verändert werden. Daher wird dringend empfohlen, die Hölzer noch entsprechend
länger vor der Verarbeitung in der Werkstatt auszulagern.

Die Verarbeitung der Hölzer darf nur trocken erfolgen. Lediglich zur Endbearbeitung einzelner Sorten kann bei Bedarf die Oberfläche
leicht angefeuchtet werden. Diese Arbeitsweise ist weiter unten bei der Oberflächenherstellung genauer beschrieben.

Bei der Verklebung der Materialien ist Kondensationsfeuchte an den Oberflächen durch schnellen Klimawechsel ebenfalls
problematisch, da durch die Feuchtigkeit eine Isolationsschicht zwischen den Werkstoffen entsteht, auf der der Klebstoff keine
Verbindung bilden kann.
Unter ungünstigen Umständen kann auch der verwandte Klebstoff mit der Feuchtigkeit reagieren, was die Verklebung unsicher
oder ganz unbrauchbar macht.

Für Griffmaterialien in diesem Katalog sind Epoxydharz- oder Cyanarylatkleber wie sie im Kapitel Griffbestigung angboten werden,
zu empfehlen.
Die Klebeflächen brauchen nicht unbedingt aufgerauht werden, müssen aber sauber, trochen, staub-, fett- und ölfrei sein.
Eine Vergrößerung der Oberfläche durch anschleifen mit mittleren Körnungen ergibt zwar eine bessere Haftfläche für den Klebstoff,
kann aber die Sichtbarkeit der Klebefuge zwischen den Materialien deutlich erhöhen.
Daher ist bei der Planung und beim Bau des Griffs immer individuell abzuwägen, welche Vorgehensweise die besten Ergebnisse
liefert.
In Fällen von kleinflächigen Verklebungen oder wenn der Griff stark beansprucht wird, sollten die Scherkräfte zwischen den
Materialien und dem Stahl des Messererls noch zusätzlich durch Stifte, Rohre, Nieten oder ähnliches abgefangen werden.
Damit wird zusätzlich die Kraftübertragung innerhalb der Materialien auf größere Bereiche erweitert und Punktbelastung verringert.
Bei speziellen Materialkombinationen oder bei Verwendung von anderen Klebstoffen mit unterschiedlicher chemischer
Zusammensetzung sollte unbedingt eine Probe der Verklebung mit den Originalmaterialien, am besten mit Abschnitten oder
Reststücken, erfolgen um die Verwendbarkeit und Unbedenklichkeit festzustellen.

Je nach Aufbau des Messergriffs ist auch eine Verbindung der Werkstoffe auf vielfältige Weise ohne Klebstoff problemlos möglich.
Die Griffmaterialien können verschraubt, vernietet, verstiftet etc. werden. Wie bei den Angaben zur Verklebung ist auch hierbei
auf die Sicherstellung der Kraftübertragung und bestmögliche Paßform ohne Spaltmaße zu achten.
Allerdings ist mit diesen Befestigungsmethoden bei porösen, rissgefährdeten und bei versteinerten, fossilen Materialien größte
Vorsicht geboten, da durch den nötigen Anpreßdruck an den Messererl und damit verbundene mögliche Punktbelastungen das
Material beschädigt und zerstört werden kann.


Auch das übermäßige stauchen der Nieten kann unter Umständen das Material durch Risse beschädigen und spalten.
Ist das Material zu weich oder porös, finden die Nietköpfe keinen Halt, weiten das Bohrloch auf oder werden unkontrolliert in das
Material eingedrückt. Auf Dauer wird sich dann das Griffmaterial sich im Gebrauch lockern, weiter aufarbeiten und schließlich
unbrauchbar werden.
Geschieht dies bei Flacherlmessern ist der Schaden durch Spaltenbildung und bewegliche Griffbeschalung erkennbar, bei
Steckerlmessern ist der Griff unter Umständen nicht oder nur leicht beweglich, aber die Klinge kann beim Gebrauch aus dem Griff
herausrutschen.
Bei Griffen die ohne verkleben hergestellt sind, kann im Gebrauch Feuchtigkeit und Schmutz in die Materialfugen wandern. Reagiert
das Griffmaterial noch zusätzlich auf starke Klimaschwankungen und es bilden sich deutliche Spaltmaße, wird der Effekt verstärkt.
Die Folgen daraus können verdeckte Korrosion an Metallteilen, Schäden an dem Griffmaterial und ein unhygienischer Messergriff
sein.

Zur Endbearbeitung und Oberflächenherstellung gelten generell die gleichen, bereits genannten, Grundsätze zu Werkzeugen,
Arbeitsrichtungen und Hitzevermeidung.
Zur Herstellung einer sehr glatten Oberfläche, ähnlich einer Politur, bei dichten und festen Hölzern können die abschließenden
Schleifarbeiten auch mit leicht angefeuchtetem Material durchgeführt werden. Dazu ist das Holz mindestens bis Korn 1000 zu
schleifen. Die Arbeitsrichtung über die gesamte Oberfläche soll dabei mindestens einmal um 90° verdreht werden. Danach kann
die Oberfläche mit einem nur leicht feuchten Tuch abgerieben werden, um den Schleifstaub abzunehmen und die letzten feinen
Holzfasern aufzurichten. Direkt danach das Holz erneut mit der gleichen Körnung verschleifen. Dabei ohne Druck arbeiten und
ebenfalls nach Bearbeitung der ganzen Oberfläche die Richtung nach genannter Methode wechseln. Das Holz sollte danach kurz
abtrocknen können. Bei Bedarf können diese Arbeitsschritte mit feiner werdenden Körnungen bis zur gewünschten Feinheit der
Oberfläche wiederholt werden.
Hölzer sollten danach mit geeigneten Wachsen oder aushärtenden Ölen versiegelt werden. Bei den Kunststoffen und bei
stabilisierten Werkstoffen ist dies nicht nötig.

Die angebotenen Griffmaterialien können alle poliert werden. Für die maschinelle Politur ist ein Tuchscheibe mit Polierpaste
empfehlenswert. Auch hier ist eine Überhitzung des Materials unbedingt zu vermeiden. Kunststoffe wie Acryl können sonst
plastisch verformt werden und Hölzer bis hin zur Verbrennung nachdunkeln.
Außerdem kann durch hohen Arbeitsdruck die Polierpaste in die Oberfläche eingerieben werden, was speziell bei hellen, porösen
und deutlich strukturierten Materialien zu optischen Einbußen führen kann.
Die Oberfläche einiger Materialien kann auch mittels glasperlstrahlen endbearbeitet werden. Die so erreichbaren Oberflächen und
Vorteile sind bei den einzelnen Materialien genannt.

Gefahrenhinweis:
Bei der Verarbeitung von Kunststoffen, Verbundwerkstoffen, natürlichen Werkstoffen und einigen Hölzern können reizende
und gesundheitsschädliche Partikel, Stäube und Dämpfe entstehen.
Daher ist zur Verarbeitung geeignete Schutzkleidung zu tragen und die entsprechenden Sicherheitsvorschriften sowie die geltenden
Unfallverhütungsvorschriften sind einzuhalten.

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